«The magic happens
outside of your comfort zone» Barbara Jäggi

Eine Erfahrung, die mich immer wieder berührt: Wenn es gelingt, sich den eigenen Gedanken wirklich anzunähern – der Spitze des Eisbergs unseres gesamten Nervensystems –, dann öffnet sich darunter oft eine viel größere Welt.

Unsere Identifikationen, unsere Erfahrungen, unsere Prägungen sind nicht nur in unseren Gedanken gespeichert. Sie zeigen sich in unserem ganzen Körper, in unserem Nervensystem, in unseren Reaktionen und Empfindungen.

Durch das, was wir heute unter Neuroregulation verstehen, kann es möglich werden, Gedanken und innere Reaktionen vorsichtig „anzupirschen“ und ihnen Raum zu geben. Und zwar in einer Weise, in der niemand da ist, der das Erlebte – vielleicht aus alten kindlichen Erfahrungen heraus – abwehrt, beschämt, negiert oder ignoriert.

Dadurch kann ein Zugang zu dem entstehen, was irgendwann einmal weggedrückt werden musste. Vielleicht war eine Erfahrung damals zu gewaltig, zu schmerzhaft oder zu überwältigend, um sie wirklich zuzulassen. Vielleicht waren wir damit allein und hatten niemanden, der uns geholfen hätte, das Erlebte zu regulieren und zu verarbeiten.

Vielleicht hätte es damals einfach jemanden gebraucht, der gesagt hätte:
„Ja. Das darf sein. Ich sehe dich. Du bist damit nicht allein.“

Wenn heute ein sicherer Raum entsteht und wir dem, was damals keinen Raum haben durfte, begegnen können, können sich auch Gefühle zeigen, die seinerzeit unterdrückt werden mussten.

Und manchmal geschieht dann etwas Erstaunliches: Was so lange gebunden, abgespalten oder zurückgehalten wurde, kann sich verändern. Es kann sich lösen. Und daraus können immense Kräfte für uns frei werden – Kräfte, die vorher dafür gebraucht wurden, etwas in uns festzuhalten, fernzuhalten oder zu überleben.

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