«The magic happens
outside of your comfort zone»
Fasnacht oder Faselnacht
März 12th, 2011
„Das Wort Fasnacht hat nichts mit Fasten zu tun, sondern mit faseln,“gedeihen, fruchtbar sein“. Wenn Odins Geisterheer durch die Dörfer zieht, dann tragen die Menschen Masken, die den Geistwesen, die durchziehen, nachempfunden sind. Indem sie die Masken tragen sind sie nicht mehr Menschen, sondern verkörpern diese Geister.“ ( aus Wolf-Dieter Storl: Schamanentum)
was faselst du daher? so wird auch das Daherfaseln zu einer fruchtbaren Kraft.
die schwarze Köchin
März 10th, 2011
„Ist die schwarze Köchin da?“ „Nein, nein, nein!“ „Dreimal muss ich rummarschieren, vierzigmal den Kopf verlieren, fünfzigmal muss sagen: du bist schön, und du bist schön, und du die Allerschönste!“
Die schwarze Köchin ist die Urschöpferin, die alles aus dem dunklen Schoss gebiert. Sie rührt im grossen Weltentopf Atanor und lässt kochen, was gar werden will. Die Holla, auch so eine Urschöpferin, dreht, wirbelt und schüttelt dich und lässt dich den Kopf verlieren. Sie mahnt dich, nicht deinem Ego zu folgen, sondern deiner inneren Stimme. Das ist gar nicht so einfach; fünfzigmal den Kopf verlieren. Immer wieder das rationale Denken verlieren, sich den unsichtbaren Kräften und den leisen Zwischentönen hingeben, damit das geschehen kann, was geschehen will, nicht das was geschehen muss. Dann bist du schön und stehst vor Frau Hollas Tor und wirst berieselt vom feinsten goldenen Schimmer.
Geburt – Blüte – Tod
Das dreigliedrige kosmische Urprinzip – das Schöpferische, das Bewahrende und das Wandelnde (Geburt – Blüte – Tod) – kommen aus EINEM. Die schwarze Köchin rührt und rührt, nimmt die toten Seelen auf in ihrer Ursuppe und wir ahnen die Ahnen darin. Dann wieder schöpft sie mit der Kelle ein wenig Suppe und sprüht sie auf die Erde, die dann erneut fruchtbar wird.
Jedenfalls hat sie zur Zeit sehr viel zu tun, die schwarze Köchin.
der Rucksack im Neuland
März 9th, 2011
Im Traum heute Nacht bin ich mit einem Rucksack auf Reisen. Ich sehe mich durch die Welt mäandrieren. Alles Notwendige für meine Reise ist in diesen Rucksack reduziert. Eine weise Stimme spricht zu mir: es geht ums Umsetzen deiner Träume in die Alltagswelt.
Im Traum weiss ich wie das geht, aber heute morgen umhüllt mich Nichtwissen. Die Weise sagt, ich wisse bereits wie das gehe. Es sei alles schon da. Also wissend im Nichtwissen.
Neuland 2
März 4th, 2011
Neuland betreten heisst, wahrhaftig mit der Kraft zu leben, so wie sie mir entgegen kommt, in der reinen und urteilsfreien Wahrnehmung.
Hier entspringt das O im Wort, und hier an diesem O stehe ich am Rande und staune.
the big O
Neuland
März 2nd, 2011
Heute bin ich im gemeinsamen Gesang mit Eva in eine noch nie gesehene Landschaft eingetaucht. Meine Stimme hat mich da hinein geführt. In eine erfrischend dunkelgrüne Nische der Welt, die selbst nach oben zum Himmel geschlossen war wie ein schützendes Dach. Ich war eingebettet in diesen neuen Raum, eingebettet und getragen auch durch den gemeinsamen Gesang; unbekanntes Land. Wie Bambus wiegte sich das Laub und raschelte sanft. Zwischen diesem unglaublich erfrischenden Grün der Vegetation kräuselte sich ebenso sanft Wasser an der Oberfläche. Ich konnte nicht ausmachen, ob ich mich in einem See befand oder in einem kleinen Weiher. Mein Gesang liess mich treiben von den wirbelnden Bewegungen des Wassers, und brachte mich wiederum in Verbindung mit meinem Körper. Staunend nahm ich wahr, wie es wie von selbst in mir sang, wie selbst mein Gesang wie dieses Wasser durch meinen Körper floss. Unglaublich sanft und verzaubert. Diese Landschaft hat mit mir heute geträumt und hat mich bewegt, hat mich in Berührung gebracht mit Neuem.
Die Kraft des Frühlings hat sich mir heute gezeigt.
Lappland
Februar 27th, 2011
zum dritten Mal habe ich die Weite und die Naturkraft von Lappland erlebt, geführt von meinen Huskyhunden und von Jens, dem Unerschrockenen. Er flickt sogar innerhalb kürzester Zeit einen Hundeschlitten, der in einen Baum gerast ist. Mit einer Säge zersägt er kurzer Hand eine kleine Birke und bindet sie am zerbrochenen Schlitten fest.
Es ist das Zusammenspiel der Kräfte, das mich ganz bei mir fühlen lässt: einerseits die Kälte, die mich ganz kompakt werden lässt, dann die Weite der Landschaft und der Zug der Hunde, die mich vorwärts bringen, stetig in diese weisse Weite hinein. Kein Haus ist zu sichten.
Sobald die Gruppe Signale setzt, dass die Fahrt auf dem Schlitten nun bald beginnt, werden die Hunde unruhig und durchbrechen augenblicklich die Stille und heulen los, den Sirenen gleich. Bis alle Hunde angeschirrt sind, wird von uns Menschen physische wie mentale Konzentration gefordert: Hunde holen und sie anschirren am Schlitten, die Hunde beruhigen, Leine einziehen, Anker los und Bremse los.

Dann ist es augenblicklich still, nur das Surren des Schlittens durch den Schnee ist zu hören. Hier bin ich nun ganz bei mir, konzentrierte und dennoch geweitete Kraft. Ich atme die eisige Kälte in mich ein. Sie weitet nun auch meinen Atem bis in die Tiefen meines physischen Seins.

Am Abend dann nach einer 5 stündigen Tour, wenn die Hunde versorgt sind und sie sich im Schnee einrollen, ist Zeit für uns ins Lavu zu kriechen, das samische Zelt. Das Feuer in der Mitte wärmt uns schnell. Es gibt deftige Hamburger zum Z’Vieri und alle essen mit Heisshunger.
Langsam sinken alle auf die Rentierfelle und mummen sich in die Schlafsäcke ein. Muntere, heitere und tiefe Gespräche über das Leben erfüllen den Raum und die sternenklare Nacht im Norden. Alles wird hier einfach und klar. Auch das Denken wird weit und klar wie die Landschaft. Ebenso wird mir klar, dass hier besonders heitere Geister am Wirken sind. Sind es Trolle oder Tomtes? Egal, manchmal wackeln die Zeltwände, so als wäre das Zelt unser gemeinsamer Körper und lebt.
Wie bringt man einen solche Erfahrung zurück in den Alltag? Wie kann ich Lappland jederzeit in mir tragen?
Wenn ich den Spalt öffne und Zeit und Raum hinter mir lasse, dann kann die Lapplandkraft sich in jede meiner Zellen schwingen. Sie weitet die Zwischenräume in den Zellen, als wären sie durchdrungen von Weite und Kraft. Mein ganzer Körper virbriert und ist belebt.
die Umkehrkappe
Februar 26th, 2011
Ich trete ein in einen Traum. Weise Frauen zeigen mir darin, wie ich eine Tarnkappe häkeln kann. Sie ist leuchtend gelb und hat Ohrenklappen. Die Kappe ist umrandet mit dunkelblauen Holzperlen. Wie ich sie aufsetze, merke ich, dass es keine Tarnkappe ist, sondern eine Umkehrtarnkappe, die mich in der Welt sichtbar macht. Sie leuchtet in der Welt.
Ich spinne diesen Traum trommelnd weiter und sehe mich stark verankert mit der Erde stehen. Meine Füsse bilden die Wurzeln eines alten starken Baums, und mein Kopf schaut ins Universum hinein, da wo Ahnen und Weise wirken.
Nun die Umkehrtarnkappe hat bereits in mein Leben hinein gewirkt und findet mit der Eröffnung dieses Blogs einen ersten Schritt. Ich freue mich, mich in der Welt ein Stück weit zu zeigen, was mir aus der unsichtbaren Welt zufliegt. Und wie ich das Zugeflogene in mein Leben hinein verwebe. Es wirkt.

Und manchmal geht es einfach nur darum, das zu erkennen.