«The magic happens
outside of your comfort zone»
unsichtbar
Februar 6th, 2012
Die Linde von Linn. Sie nimmt Vieles auf, vielleicht ist sie eine Öffnung zur Mutter Erde. Sie nimmt deinen Schmerz, dein Weh, das du in dir trägst auf und sie wandelt es – selbst in dir. Wenn du offen dafür bist.
Ich wanderte zum nahe gelegenen Wald und wollte mich unsichtbar machen; endlich einmal einem Tier im Wald begegnen.
Ich stellte mich in eine Dreiergruppe von Bäumen, lehnte mich an einen dieser Drei und schloss die Augen.
Dann erkannte ich, dass das Unsichtbarmachen nur dann funktioniert, wenn ich mich ganz verbinde mit meiner Umgebung: mit den Bäumen – und werde Baum; mit der Sonne, die zwischen den Bäumen hindurchfunstrahlt – und werde Sonne; mit den Tieren, die sich unsichtbar machen: das Wildschwein, das seine Nase in die Erde steckt und sich vom Geruch leiten lässt; das Reh, das sich wie ich unsichtbar machen will – und ich werde zu diesen Tieren. Ich werde zu all dem. Ich löse mich in dieser Landschaft von Wald und Feld und Sonne und Schnee auf. Tief berührt erwache ich aus diesem Unsichtbartraum und sehe – natürlich – kein Tier. Aber das ist eh egal, weil ich das alles schon bin.
der Rotfussröhrlingtag
Februar 1st, 2012

eine Erinnerung an einen Herbstnachmittag mit Valentin. Lichtdurchflutet zeigt sich der Wald; die dunkelbraunen Köpfe der Rotfussröhrlinge leuchten uns entgegen und lösen in uns ein prickelndes Glücksgefühl aus. Das ist das Eu-Gefühl, die Leichtigkeit des Seins.
Horizonte
Januar 8th, 2012
wenn du denkst, du findest die Weisheit in kleinen eingerahmten Kästchen, dann kann das ein Anfang deiner grossen Suche sein.


Das sind Kleinstwerke von Michel Grillet, gesichtet im Kunsthaus Aarau, Wintersammlung, den grossen geweiteten Blick selbst im Kleinen behalten.
Nebenbei: das sind kleine dunkelblaue Farbtöpfchen von Caran D’Ache.
die Stimmen in dir
Dezember 25th, 2011
Wenn du zur Welt bringst, was in dir ist,
werden die Stimmen, die du erlöst, dich erlösen.
Findest und gebärst du sie nicht,
werden sie Teil dessen, was dich zerstört.
aus dem Thomas Evangelium
Gula Gula
November 23rd, 2011
„Gula Gula“ von Marie Boine
„Höre, Bruder. Höre, Schwester. […] Höre die Stimmen der Vormütter. Sie fragen euch, warum die Erde vergiftet und verbraucht ist. Sie erinnern euch daran, woher ihr gekommen seid. Sie wollen euch daran erinnern, dass die Erde unsere Mutter ist. Wenn wir ihr das Leben nehmen, werden wir mit ihr sterben.“
Gula Gula meint auch der Ort in uns, der dir die Kraft gibt, dich zu erheben, beherzt voran zu schreiten für die guten Dinge auf dieser Welt. Und wir sollten uns beeilen, für die Erde etwas zu tun.

eine freie Interpretation mit Axel Rieder beim Kulturevent „Turgi macht Musik“
Morgenhimmel
November 7th, 2011
Stell dir vor, du schaust voller Entzückung in den Morgenhimmel; helles wunderbares, ja fast göttliches Licht bricht durch die Wolken. Und im nächsten Moment trittst du mit deinem Schuh in Hundescheisse.
Da zeigt sich doch wieder, wie Heiliges und Profanes doch so nah sich sind – und eigentlich in Einem.
Allerseelen
November 1st, 2011
Mach mit der WC-Bürste neue Geschichten aus den Alten. Schrubbe nicht länger deine innerlichen Seelenräume wund.
Lass dich neu inspirieren und folge deiner WC-Bürste, als sei sie dein Zauberstab!
Pegasos
Oktober 14th, 2011

aus der Trümmern der Akropolis ruft mir hilfeschreiend Pegasos zu, ihn doch zu erretten. Wo kommt denn die Welt hin, ohne ihre schöpferische kreative Kraft!
Pegasos, der Geflügelte, der weit ins Universum fliegen, aber ebenso tief in den Brunnen steigen kann und allen Dichtern ein wahrer Quell der Inspiration ist.
Wie schaffen wir es angesichts der Unsicherheit, gelassen zu bleiben? Steig hinab in den Brunnen, dann erfährst du es.
I am complete
Oktober 13th, 2011

Wasser und Erde sind zwei faszinerende Kräfte, die immer und immer wieder miteinander wirken, ebenso in mir und unglaublich schöne Neuschöpfungen hervorbringen.
Eintauchen in diese kühle Wasserkraft, gleichzeitig in den Schoss der Erde. Hier verbunden mit den Kräften der Natur finde ich immer und immer wieder zu meinen Ressourcen – und letztlich zu mir.
„I am the singer in this song,
my body is carried by my feet,
I am the breath between the earth and sky,
where I walk there is no need,
I’m tenderly in love, I am complete.“
Elke Voltz
der Sprung in den Brunnen
September 24th, 2011
…“Aber wo gibt es den Brunnen, wo ich hinabsteigen könnte?“
„Weitab und doch nahe…Je weiter du in die Welt ausschweifst, umso entfernter bist du ihm. Bist du bei dir, schaust du über den Rand.“
„Dann ist der Brunnen in mir?“
„Deine eigene Tiefe!“
„Aber warum dann Angst haben? Was in mir ist, muss ich doch nicht fürchten?“
„Nichts ist dem Menschen unbekannter und erschreckender als seine eigene Seele. Die meisten Menschen haben Todesängste, in das Brunnenloch zu steigen und den Abstieg in den unbekannten Seelengrund zu wagen. Sie leben nur aussen, von allem gefesselt, was zur Schau gestellt wird, aber sie werden schon verwirrt, wenn sie nur einen Blick über den Brunnenrand werfen sollen. Ihre Sicherheit liegt im Geläufigen der äusseren Welt; vor der Tiefe in sich selbst sind sie voll hilfloser Not. Aber der Brunnen ist noch nicht verschüttet. Wer ehrlich ist, kann ihn finden und das Wagnis beginnen.“…
Auszug aus:“ Der Sprung in den Brunnen“ von Huberuts Halbfas
Der Sprung in den Brunnen bedeutet, der Angst zu begegnen und dennoch weiter nach unten zu dringen. Denn im tiefsten Grund öffnet sich der Brunnen zu einem weiten Nachthimmel, wo du nach den Sternen greifen kannst.
