{"id":904,"date":"2020-07-27T20:04:27","date_gmt":"2020-07-27T20:04:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/?p=904"},"modified":"2020-07-28T06:20:41","modified_gmt":"2020-07-28T06:20:41","slug":"o-sole-mio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/?p=904","title":{"rendered":"O sole mio"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Vogelgesang-464x332.jpg\" alt=\"\" title=\"Vogelgesang\" width=\"464\" height=\"332\" class=\"alignnone size-medium wp-image-905\" srcset=\"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Vogelgesang-464x332.jpg 464w, https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Vogelgesang.jpg 884w\" sizes=\"auto, (max-width: 464px) 100vw, 464px\" \/><\/p>\n<p>Es ist ein warmer schw\u00fcler Sommerabend. Es ist mein erster Sommer hier in diesem alten geschichtstr\u00e4chtigen Haus der ehemaligen Spinnerei, die einst f\u00fcr die Arbeiter erbaut wurde.<br \/>\nIch sitze auf meiner lauschigen Terrasse und geniesse den Sommerabend. Weiter entfernt fahren Z\u00fcge vorbei, Alltagsger\u00e4usche, M\u00e4nnergespr\u00e4che, Gartenschl\u00e4uche zischen, Stimmengemurmel auf nachbarlichen Terrassen.<br \/>\nDoch dann durchbricht eine sanfte Frauenstimme all das Allt\u00e4gliche. Woher wohl diese liebliche sanfte Stimme kommt? Eine Mutter, die ihr Kind in den Schlaf singt?<br \/>\nIch beginne hinzuh\u00f6ren und bin ganz innig ber\u00fchrt von diesem lieblichen Gesang, so sanft und weich. Er bricht wieder ab, um dann wieder wie aus dem stillen Ozean aufzutauchen.<br \/>\nEs sind italienische alte Lieder, die von der einstigen Liebe erz\u00e4hlen, die gerade eben wieder erwacht.<br \/>\nSelbst das o sole mio kommt zart daher und mit einer Innigkeit und Intimit\u00e4t, und schwingt  sich aus einem des Hausinnern hinaus in die G\u00e4rten, als w\u00fcrde es alles befrieden wollen.<br \/>\nDann erkenne ich, dass es die Stimme der etwa 80-j\u00e4hrigen Italienerin ist. Ich kenne sie schon seit vielen Jahren, h\u00f6re auf der Strasse manchmal ihre durchdringend laute Stimme, die von einer gewissen Strenge zeugt. Sie putzt viel; Haus, T\u00fcr und Vorplatz, und der Garten ist sehr geordnet.<br \/>\nDiese Stimme erstaunt mich nun. Sie ist jung.  Und l\u00e4sst mich erahnen, welche Tr\u00e4ume sie nebst dieser Alltagst\u00fcchtigkeit sie in sich verbirgt. Ich bin fast etwas besch\u00e4mt, dass ich nun Zeugin dieses Gesangs werde.<br \/>\nWie bes\u00e4nftigend Gesang doch sein kann. Nat\u00fcrlich weiss ich das, doch es ist immer und immer wieder ein Zauber, der mich neu erfasst, wenn ich davon ber\u00fchrt werde. Wenn ich diese Echtheit darin sp\u00fcre.<br \/>\nWir k\u00f6nnen Lieder singen in der Gemeinschaft, da darf es auch mal laut und kraftvoll sein.<br \/>\nDas ist ein St\u00fcck Kultur und Gemeinschaft.<br \/>\nWir k\u00f6nnen Kraftlieder singen, die uns an eine ganz bestimmte Kraft erinnern und uns mit ihr verbinden. Mit der Liebe, mit der Spiritualit\u00e4t, mit \u201edelicious power\u201c, mit Songs aus unserer Jugend, die uns daran erinnern, mit welchem Zeitgeist wir uns verbinden oder uns verbunden haben: dem Schrei-Gesang von Mick Jagger oder der Sanftmut in Cat Stevens Stimme.<br \/>\nWir k\u00f6nnen uns in die Natur hinausbegeben und bewusst um ein Lied der Medizin bitten, das die Natur uns schenkt.<br \/>\nMusik ist einfach etwas vom Sch\u00f6nsten und Gegenw\u00e4rtigsten; unmittelbare Kraft, die von irgendwoher kommt.<br \/>\nAm Besten aus uns heraus.<br \/>\nOder wir k\u00f6nnen eben so ganz innig und sanft in uns hineinsingen und unsere Tr\u00e4ume wachrufen. Ob sie aus der Vergangenheit kommen oder aus der Gegenw\u00e4rtigkeit oder in die Zukunft hinein, ist manchmal so v\u00f6llig egal. Spirit ist \u00fcberall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein warmer schw\u00fcler Sommerabend. 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