{"id":899,"date":"2020-07-24T09:08:12","date_gmt":"2020-07-24T09:08:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/?p=899"},"modified":"2020-07-24T09:08:12","modified_gmt":"2020-07-24T09:08:12","slug":"lilith-und-chiron-am-gottinnen-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/?p=899","title":{"rendered":"Lilith und Chiron am G\u00f6ttInnen-Himmel"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/DSC27821-464x309.jpg\" alt=\"\" title=\"_DSC2782\" width=\"464\" height=\"309\" class=\"alignnone size-medium wp-image-901\" srcset=\"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/DSC27821-464x309.jpg 464w, https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/DSC27821-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 464px) 100vw, 464px\" \/><\/p>\n<p>\u201eJenseits der Vorstellungen von richtig und falsch liegt ein Ort, da werde ich dich treffen\u201c<br \/>\nRumi<\/p>\n<p>Seit den 70er Jahren haben Frauen begonnen, angefangen mit Heide G\u00f6ttner Abendroth, die patriarchalen Strukturen zu hinterfragen, und vorzudringen in die matriarchalen Wurzeln der Menschheitsgeschichte. Heide G\u00f6ttner Abendroth hat dies \u00fcber einen wissenschaftlichen Weg begangen, sie hat Literatur und Wissenschaftsforschung studiert. \u00dcber die Literatur und Mythenforschung ist sie auf die verborgenen Kr\u00e4fte der weiblichen Geschichte gestossen. Unsere Geschichte, die wir in den Schulen lernen und sich bis in die Universit\u00e4ten hinauf legt, ist durchdrungen von einer m\u00e4nnlich dominierten Gesellschaft. Sie zeugen von unz\u00e4hligen Geschichten von territorialen Errungenschaften, die immer durch Kriege erzielt wurden. Auf diese Geschichten berufen wir uns heute noch. Auch heute noch beziehen sich die Berichterstattungen der Medien mehrheitlich auf Kriege und ihre politischen und wirtschaftlichen Verbindungen. Unsere Politik und unsere Wirtschaft ist aufgebaut auf diesem System und Denken.<br \/>\nWir erleben zurzeit eine regelrechte globale Krise, die auf einen massiven Zusammenbruch dieser alten Systeme hinweist. Darum erscheint es mir wichtig, gerade jetzt wieder den Fokus auf matriarchale Strukturen zu lenken, um letztlich die weibliche Kraft oder weibliche Prinzipien hervorzuheben.<br \/>\nIch habe mich in den 80er Jahren intensiv mit dem Matriarchat und den patriarchalen Ph\u00e4nomenen auseinandergesetzt. Luisa Francia hat mir regelrechte Tore er\u00f6ffnet. Ich habe ihre B\u00fccher verschlungen. Und ich bewundere ihren untr\u00fcglichen intuitiven und bodenst\u00e4ndigen Blick auf das Weibliche und ihren Power. Sie war eine der ersten, die sich auf alte weibliche Riten r\u00fcckbezogen hat. Sie hat sie sich ganz eigensinnig auf ihre ureigene Kraft errungen. Sie hat alte Mythen neu beleuchtet und der Weiblichkeit ein neues Gesicht gegeben.<br \/>\nSie hat sich in Schlamm geh\u00fcllt und sich so auf eine ganz archaische Ebene der weiblichen Kraft besinnt, eben mit allen Sinnen. Sie hat von Grund auf alles gerochen, gef\u00fchlt, gesp\u00fcrt, gelauscht und gesehen. Das war ihre Art zu forschen.<br \/>\nSie hat die M\u00e4rchen von ihren m\u00e4nnlich zentrierten Mustern zerst\u00fcckelt und sich intuitiv auf die weiblichen Linien hervorgewagt, getr\u00e4umt und alles umgesetzt. Sie war in meiner Geschichte eine wichtige Wegbegleiterin.<br \/>\nAuch Angelika Aliti hat aufger\u00e4umt mit der m\u00e4nnlichen Dominanz, wortgewaltig und mit unerbittlichem Blick.<br \/>\nEs hat diese Frauen gebraucht. Sie haben unsere Sprache durchleuchtet mit einem weiblichen Forscherblick, sie haben aufger\u00e4umt mit den alten Mythen der m\u00e4nnlichen Helden.<br \/>\nSie sind vorgedrungen ins Urweibliche. Haben es hervorgetr\u00e4umt aus den alten verborgenen Brunnen bis zur Holla, eine der zentralen G\u00f6ttinnen aus unserem Kulturraum.<\/p>\n<p>Auch jetzt mitten in dieser Welle der Corona-Krise, die die ganze Welt auf den Kopf stellt, k\u00f6nnen wir uns noch einmal erinnern. Was haben wir all die Jahre gelernt: \u00fcber B\u00fccher, \u00fcber Seminare und Studien, die uns wieder zu uns gef\u00fchrt haben? An der Oberfl\u00e4che scheint es, als ob wir doch schon recht viel erreicht haben. Doch erlauben wir uns einen Blick tiefer, horchen wir auf die Sprache, mit welchen Worten wir sie f\u00fcllen. Horchen wir darauf, wie sie gesprochen werden. Sind sie respektvoll oder wollen sie recht haben? Geht des darum recht zu haben? Es besser zu wissen? Dies scheint mir gerade in diesem Moment eine Herausforderung. Corona und das was wir daraus machen, droht unsere Gesellschaft zu spalten. Schauen und h\u00f6ren wir hin, verstricken wir uns nicht in hitzige Diskussionen, um Argumente zu sammeln, um letztlich uns im Recht zu f\u00fchlen.<br \/>\nVerharren wir nicht im Kriegerischen, auch nicht im Kleinen und werden wir zu spirituellen Kriegern und Kriegerinnen, die in der Pr\u00e4senz sind und im richtigen Moment ent-scheiden. Daf\u00fcr ist das das Schwert gedacht und nicht zum Niedermachen.<br \/>\nDer Weg geht nach innen, zu unseren inneren Stimmen. Erlauben wir uns, in ungeteilter Aufmerksamkeit alle Stimmen zu h\u00f6ren. Manchmal braucht es den R\u00fcckzug dazu, damit wir noch tiefer in uns ankommen. Damit wir wieder tief in unserem Brunnen unsere W\u00fcrde wiederfinden. Von innen heraus ist die Bewegung nach aussen.<br \/>\nDie schamanische Technik hat mir sehr wichtige Tore ge\u00f6ffnet. Ich formulieren das bewusst so, denn Schamanismus ist keine Religion. Sie f\u00fchrt uns zur Spiritualit\u00e4t, zu unserer Spiritualit\u00e4t. Da gibt es kein richtig oder falsch. Die Spiritualit\u00e4t verbindet uns mit der Natur und mit dem Universum, mit dem unersch\u00f6pflichen Reichtum. In unsere F\u00fclle, in unsere Freude, in unsere Wahrhaftigkeit.<br \/>\nSie hat mir Tore ge\u00f6ffnet, immer mehr in meine eigene Geschichte hineinzuwachsen. Weise Ahninnen und Ahnen haben mir den Weg gewiesen. Den Weg der Medizin. Er war oft alles andere als angenehm, doch er hat mich letztlich befreit aus den alten verletzten Geschichten meiner Ahninnen. Er war auch voller Schmerz, durchdrungen von alten Leiden, die nicht alle die meinen waren, die ich jedoch getragen habe. Der Weg zur Freiheit f\u00fchrt durch den Schmerz hindurch, durchs Schattental und durch die Nebel.<br \/>\nEs gibt also nicht nur Love and Fun, das f\u00fchrt uns nur zu Ersatzbefriedigungen, in den Rausch, aber nicht in die tiefe Verbindung zu uns und nicht in die wahre Verbindung oder in die Ekstase.<br \/>\nDenn dort k\u00f6nnen wir \u00fcber uns hinauswachsen.<br \/>\nIch bin eine Schamanin des Neuen. Ich glaube, das war ich schon immer. Ich habe mich von Anfang an dem neuen schamanischen Kern hingewendet. Carlo Zumstein, der Schamane der mich \u00fcber viele Jahre begleitet hat, ist seit den 90er Jahren ganz seinen eigenen Weg eines neuen Schamanismus gegangen zu einem neuen Bewusstsein. Ich habe dies lange Zeit nicht verstanden und haderte mit dieser m\u00e4nnlich gepr\u00e4gten Vision von Schamanismus. Es ist die vertikale Kraft zum Universum, dem Kosmos (nebenbei: der Aufstieg der monotheistischen Kulturen, die die Sonne als einzigen wahren Gott verehrten, entstanden die Hierarchien \u2013 ganz in die vertikale Kraft hinauf. Die weibliche Kraft der Mondin und Erdg\u00f6ttinnen wurde verdr\u00e4ngt). Das habe ich aber erst sp\u00e4ter erkannt. Ich musste zuerst zur\u00fcck ganz zu den weiblichen Mythen finden, die letztlich sehr erdgebunden sind und zyklisch. Diese Erfahrung habe ich mit Sonja Emilia Rainbow gemacht, die mir die weiblichen Tore ge\u00f6ffnet hat.<br \/>\nDie schamanischen Tore haben mir ersichtlich und erfahrbar gemacht, dass Mythen und M\u00e4rchen nichts Festes und und Unverr\u00fcckbares sind, sondern Quellen der Weisheit. Sie sind zug\u00e4nglich f\u00fcr jede und jeden, die sich auf die Suche macht. Es sind Strickmuster, deren Weisheitsfaden wir folgen k\u00f6nnen. Sie sind nie w\u00f6rtlich zu verstehen in einem rationalen Sinne, aber sie ber\u00fchren mit einer umfassenden Erfahrung, die alles durchdringt.<\/p>\n<p>Doch um in das Neuland hineinzugehen, in das wir alle hineinwachsen m\u00fcssen, da kommen wir wohl nicht darum herum, braucht es beide Kr\u00e4fte: die m\u00e4nnliche vertikale Kraft und die weibliche Horizontale. So gesehen scheint mir wichtig, dass das Weibliche noch mehr in die Mitte ger\u00fcckt werden muss. In einem Zentrum, in welchem beide Prinzipien gleichermassen bestehen k\u00f6nnen. Wenn sich beide verbinden, gekl\u00e4rt und befreit sind von den alten Verletzungen beider Seiten der letzten paar tausend Jahre (sie sind in unseren Genen und Zellen immer noch gespeichert), dann kann wahrhaft eine fruchtbare Zukunft kommen.<br \/>\nR\u00fcckbesinnung zum weiblichen Sch\u00f6pferkraft, zum Zyklischen, zu Mutter Natur, welche die langsamen zyklischen Prozesse einbezieht und die Intuition. R\u00fcckzug in den Schoss der Mutter, da ist es eben auch dunkel. Auf Augenh\u00f6he mit der Erde gehen.<br \/>\nDenn wir sind Wesen zwischen Himmel und Erde. Wir vereinen beides in uns.<br \/>\nDa geht mein Weg hin.<br \/>\nEs braucht noch einmal diesen bewussten R\u00fcckzug in das eigene Geschlecht. Darum finde ich Frauenheilkreise und M\u00e4nnerheilkreise so wichtig. Hier in einem gesch\u00fctzten Raum k\u00f6nnen M\u00e4nner wie Frauen ihre alten Wunden heilen. So k\u00f6nnen neue Begegnungen zwischen Mann und Frau wieder fruchtbar werden.<br \/>\nAho.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eJenseits der Vorstellungen von richtig und falsch liegt ein Ort, da werde ich dich treffen\u201c Rumi Seit den 70er Jahren haben Frauen begonnen, angefangen mit Heide G\u00f6ttner Abendroth, die patriarchalen Strukturen zu hinterfragen, und vorzudringen in die matriarchalen Wurzeln der Menschheitsgeschichte. 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