{"id":1140,"date":"2022-01-03T18:27:39","date_gmt":"2022-01-03T18:27:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/?p=1140"},"modified":"2022-01-03T18:27:39","modified_gmt":"2022-01-03T18:27:39","slug":"butoh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/?p=1140","title":{"rendered":"Butoh"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-rounded\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"563\" height=\"638\" src=\"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Buto.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1141\" srcset=\"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Buto.jpg 563w, https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Buto-409x464.jpg 409w\" sizes=\"auto, (max-width: 563px) 100vw, 563px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eDu hast die Nacht mir zum Leben verk\u00fcndet- mich zum Menschen gemacht &#8211; zehre mit Geisterglut meinen Leib, dass ich luftig mit dir inniger mich mische und dann ewig die Brautnacht w\u00e4hrt\u201c <br>Novalis<\/p>\n\n\n\n<p>Die alten Formen verlassen. Das Bekannte verlassen.<br>Aber was heisst das eigentlich? Ich h\u00f6re mich immer wieder vom Neuland reden. Dem Neuen. Das klingt verheissungsvoll. Doch was bedeutet es ins seiner Tiefe auch f\u00fcr mich?<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wie ein Butoh-Tanz. In totaler Langsamkeit tanze ich alles, was in mir ist. Immer vorbehaltloser. Immer bedingungsloser.Es braucht von mir meinen Mut und meine Hingabe. Meine Bereitschaft wirklich loszulassen. In der Zukunft wartet die innere Freiheit auf mich.Ich weiss, viele spirituelle Sichtweisen wollen ins Licht.Auch ich.Doch da ist ein tiefe Ahnung. Es geht zuerst zur\u00fcck zum Schlamm, zum Chaos, zum Zulassen der Irritation und der Unsicherheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Paradigmawechsel f\u00fchrt zuerst zum Zusammenbruch der bestehenden Strukturen und das macht Angst. Doch ob wir es wollen oder nicht: Vertrauen wachst in uns, wenn wir uns bedingungslos uns selber anvertrauen.<br>Diese Schatten in mir immer wieder bedingungslos annehmen. Und in diesem Annehmen \u00fcberwindet sich langsam diese Dualit\u00e4t von Licht und Schatten.Denn alles ist in uns. Die Leiden der Fl\u00fcchtlinge und ihre Heimatlosigkeit &#8211; und meine eigene, die Leiden der T\u00e4ter und der Opfer. Der Herabgew\u00fcrdigten, der Heraufbeschworenen. Die Ausgegrenzten und die Insider. F\u00fcr mich geht der Weg dahin. So ruft mich die Dunkelheit, wenn alle ans Licht wollen. L\u00e4ngst habe ich erkannt, dass sie eine Quelle ist. Ich sehe viele Blicke sich zum Himmel wenden, betend und verz\u00fcckt. Doch nicht nur im Hellen ist das Sch\u00f6ne. Wir tragen so viele Schatten in uns aus unseren Geschichten, wagen es nicht da hinzuschauen. Wir tragen auch das Kollektiv in uns. Und in unserem K\u00f6rper. Selbst aus alten Zeiten jenseits unserer jetzigen Existenz. Auch dies offenbart seine Sch\u00f6nheit.Diese alten Geister ans Licht zu lassen und zu entlassen geh\u00f6rt zu meinem Tanz. Hier zeichnet er Bewegungen, die kreisf\u00f6rmig sich zum Himmel wenden, um in einer n\u00e4chsten Bewegung einen Sinkflug zu vollziehen zur Erde. Bis zum Schlamm. Zum Urschlamm. Und mit diesem Tanz heben sich Licht und Dunkelheit langsam auf. Das mag jetzt vielleicht sch\u00f6n klingen. Aber das ist es nicht. Im Wesentlichen kommt da auch der Schmerz hoch, der schreit. Die alte Verletzung. Doch eben noch im Schmerz, erhebt sich der Tanz und es wird leicht. In diesem Tanz heben sich auch alte Bewertungen auf von richtig oder falsch. Im Urschlamm ist alles gleich. Es gibt kein Halten mehr, es gibt nur noch Bewegung.Und das Neuland kennen wir noch nicht, es ist noch nicht vertraut. Doch im Sich-Vertrautmachen des Unbekannten, entstehen Schritte, die letztlich eine Spur ziehen. Und irgendwann, kannst du die Spuren lesen.Ich bin eine Sch\u00fclerin, die gerade lernt.Ich lerne jetzt den Butoh-Tanz.<\/p>\n\n\n\n<p>Bild: Contre-Jour Photography, 2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDu hast die Nacht mir zum Leben verk\u00fcndet- mich zum Menschen gemacht &#8211; zehre mit Geisterglut meinen Leib, dass ich luftig mit dir inniger mich mische und dann ewig die Brautnacht w\u00e4hrt\u201c Novalis Die alten Formen verlassen. Das Bekannte verlassen.Aber was heisst das eigentlich? Ich h\u00f6re mich immer wieder vom Neuland reden. Dem Neuen. 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