{"id":1054,"date":"2021-03-02T07:58:56","date_gmt":"2021-03-02T07:58:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/?p=1054"},"modified":"2021-03-02T07:58:56","modified_gmt":"2021-03-02T07:58:56","slug":"schosskraft-der-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/?p=1054","title":{"rendered":"Schosskraft der Frauen"},"content":{"rendered":"\n<p>Gestern Nacht am Fluss mit einem FrauenfeuerDie fast volle Mondin hat uns den Weg beleuchtet. Die B\u00e4ume schimmerten silbern und majest\u00e4tisch, jeder in seiner Gestalt. Der Fluss murmelte sanft. Da und dort Entengefl\u00fcster.Wir entfachten ein Feuer. Stille Gespr\u00e4che ins Dunkel hinein, die die Natur aufnahm.Die letzten Tage erf\u00fcllten mich mit einer eigenartigen Leere, eine Art neutrale Gef\u00fchle zu allem. Vieles wollte zur Ruhe kommen in mir. \u00dcber das letzte vergangene Jahr habe ich mich intensiv mit den Schatten dieses kollektiven Prozesses besch\u00e4ftigt. Die \u00c4ngste in mir, aber auch der Menschen um mich herum. Sie f\u00fchrten mich selbst zu den grossen M\u00e4chtigen der Welt, die die Welt dominieren. Auch hierin erkannte ich die Angst: die Angst davor, die Macht zu verlieren. Wir befinden uns wahrlich in einem grossen Umw\u00e4lzungsprozess.Vieles ist aufgebrochen und bricht noch immer auf. Ich sehe es als ein gewaltiges Herunterbrechen unserer alten gestrickten Muster um Sicherheit, das Ringen um Liebe und Anerkennung. Wie ein alter Leim, der uns zusammenzuhalten scheint. Doch auch dieser l\u00f6ste sich aus mir heraus. Nicht ganz freiwillig. Doch wenn der K\u00f6rper mir Signale setzt, dann gebe ich mich dem Prozess hin. Im Tiefsten hat es mich in meiner Heimatlosigkeit ber\u00fchrt.Aus uralten Geschichten der Flucht, dem Verlust des Bodens, der Rechtlosigkeit, der Schutzlosigkeit.Aber auch im Wissen, dass ich hiermit nicht alleine bin. Scheinbar unsichtbar wirken diese Schichten in unserer Menschheitsgeschichte.Aus all diesen Schichten, die ich in mir durchleuchtet und durchforscht habe ist ein Buch entstanden, das bald einmal in die Welt hinaus will. Die archetypischen Wirkkr\u00e4fte haben mich ber\u00fchrt und erf\u00fcllt mit den unendlichen Quellen der Kraft, mich dem Neuen, das sich langsam abzeichnet hinzugeben. Ohne Angst. Und so bin ich in die Wege des Vertrauens gewandert.Nun kehrt diese Stille in mir ein. Die Gedanken sind leer. Das Herz ist erf\u00fcllt und weitet sich aus. Die Trommeln spielten einen sanften Tanz am Feuer gestern Nacht.Und aus dieser Stille heraus erwachte mein K\u00f6rper neu. Ein Erwachen drang aus den Tiefen meines Schosses und entfaltete sich wie eine Blume. Ich sp\u00fcrte wie meine Ahninnen in mir sind und wirken in ihrer ganzen Kraft, die sie weiter getragen hatten bis zu mir. Ich h\u00f6rte die Stimme meiner Grossmutter in mir:\u00bb wir Frauen haben schon immer die Kraft weitergetragen. Selbst in den schwierigsten Zeiten.\u00bb Meine Grossmutter zog einst vor hundert Jahren nach dem ersten Weltkrieg hinaus aus Ungarn in die Schweiz. Allein als Frau verliess sie ihre Heimat und ihre Wurzeln.Aus dem Hunger heraus in ein neues Leben getrieben.Hinter ihr erahne ich alle anderen Ahninnen in meiner Frauenlinie. Sie geht zur\u00fcck zum Ursprung, bis hin zu Lilith. Die ungez\u00e4hmte, ungebrochene wilde Frau. Die Urahnin aller Frauen. Darin sehe ich Frauen in ihrem Licht leuchten, andere die untendurch mussten.Sie alle auch in mir. Ja, nun ist die Zeit, wo Lilith wieder in meine Mitte kommt. Und nicht nur in mir, auch im Kollektiv aller Frauen. Ich beginne mit der Trommel zu tanzen. Ein sanftes Hin-und Herwiegen in meinem Becken. Diese sanfte aber tiefe Bewegung erscheint mir wie ein Ruf auch an uns Frauen auf der ganzen Welt. Es kommt Bewegung in das gesamte Kollektiv der Frauen.Ich f\u00fchle mich in dieser Bewegung verbunden mit den Frauen der Welt, so als w\u00e4ren wir EIN K\u00f6rper und EINE Seele.Wir Frauen erheben uns aus den alten beschneidenden Schichten der Geschichte. Und sind aufrecht und leuchten in unserem Licht. Es ist eine langsame aber stetige Aufrichtung.Dazu braucht es keine lauten Rufe und keine k\u00e4mpferischen Worte mehr. Es wirkt in uns Frauen und sucht sich seinen Weg still und kraftvoll. Oft meinen wir, wir werden nicht gesehen, wir werden nicht geh\u00f6rt. Doch wenn wir ganz bei uns sind und zu leuchten beginnen, kann man es sp\u00fcren. Wer es sp\u00fcren will.Und dann ergiesst sich die Schosskraft der Frauen der Welt in einen riesigen kosmischen Kessel und schimmert golden. Der Kessel der weiblichen Weisheit.Vieles ist bereit aus den kosmischen Spinnf\u00e4den der Spinnenfrau und webt sich in unser Leben hinein. Wir m\u00fcssen nur mit unserer Hingabe und unserem Vertrauen darauf die F\u00e4den aufgreifen und halten. Auf diese Weise webt sich das neue Muster zu uns, das sich langsam abzeichnet, derweil die alten Brocken der einst errichteten Mauern zu Boden fallen.Das Feuer am Fluss will neu entfacht werden aus der vollen Glut. Das Holz ist etwas feucht geworden vom Nachttau. Es bedarf meiner Aufmerksamkeit und blase in die kleinen Feuerfunken und in die Glut, die in der Mitte gl\u00fcht. So erscheint es auch f\u00fcr mich und die Frauen. Wir m\u00fcssen unser Feuer n\u00e4hren, es bedingt unserer Aufmerksamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"615\" height=\"416\" class=\"wp-image-1055\" style=\"width: 615px;\" src=\"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Bildschirmfoto-2020-09-07-um-10.15.46.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern Nacht am Fluss mit einem FrauenfeuerDie fast volle Mondin hat uns den Weg beleuchtet. Die B\u00e4ume schimmerten silbern und majest\u00e4tisch, jeder in seiner Gestalt. Der Fluss murmelte sanft. Da und dort Entengefl\u00fcster.Wir entfachten ein Feuer. 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