{"id":1047,"date":"2021-02-06T22:16:16","date_gmt":"2021-02-06T22:16:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/?p=1047"},"modified":"2021-02-06T22:16:16","modified_gmt":"2021-02-06T22:16:16","slug":"eurynome","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/?p=1047","title":{"rendered":"Eurynome"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-rounded\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Eurynome-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1048\" width=\"580\" height=\"386\" srcset=\"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Eurynome-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Eurynome-464x309.jpg 464w, https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Eurynome-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Eurynome-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Eurynome-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><figcaption><br><br><br><br>Als Eurynome erwachte und sich erhob aus wirbelndem und kochenden Chaos, fand sie nur im Tanz Ausdruck f\u00fcr die reine Freude. Eine wilde Heiterkeit und eine Explosion von Energie, die sie f\u00fchlte. Es heisst, sie entsprang nackt aus dem Urchaos und fand nichts worauf sie ihre F\u00fcsse setzen konnte. Und so trennte sie den Himmel von den Wassern und tanzte ihre \u00fcberschw\u00e4ngliche F\u00fclle, das Schweben auf dem Meer hingerissener Begeisterung \u2013 verloren und getragen von der Intensit\u00e4t der Ekstase.<br>Eurynome ist die G\u00f6ttin aller sinnlichen Vergn\u00fcgen. Sie ist Gl\u00fcckseligkeit, die dein ganzes Wesen erfasst. Mit geballter Kraft ruht sie mitten im Meer des Kollektivs, das zurzeit in Angst ist. Wenn die Menschen mit all ihren Maskierungen der Angst verdeckt umherwandeln, ruht sie mitten darin in leuchtender Kraft der Freude. Dann beginnt sie den Tanz der Ekstase zu tanzen. Sie tanzt ihn f\u00fcr die Menschen, damit sie sich wieder an die Freude und die Gl\u00fcckseligkeit erinnern. Eurynome bricht aus dem Meer des alten Kollektivs auf, mit sch\u00e4umendem Get\u00f6se durch die Oberfl\u00e4che hindurch. Dann tanzt sie auf den Wellen der Ekstase.<br>Und wenn du dich mit ihr verb\u00fcndest, durchbricht sie mit einer ungeheuren Lust dein bekanntes Land, das dich jenseits deiner fassbaren Gef\u00fchle befindet. Es pure Freude, die deinen Traumk\u00f6rper weitet und die alten Grenzen sprengt. Immer dann, wenn dir dein Hautkleid zu eng wird und du das Gef\u00fchl hast, aus der Haut fahren zu m\u00fcssen, will sich etwas in dir einen gr\u00f6sseren Raum schaffen.<br>Wenn deine Gedanken zu klein werden, verbindet dich Eurynome mit dem leuchtenden Meer des Kosmos.<br>Deine Zellen tanzen mit.<br>Du bist Urlust aus deinem tiefsten Sein und gleichzeitig transzendente Kraft, die aus dem Kosmos entspringt.<br>\u00a0<br>Die Ekstase ist eine der kraftvollsten Erfahrungen, die in vielen schamanischen Kulturen zelebriert werden, um \u00fcber dich hinauszuwachsen. Um das Alltags-Ich zu \u00fcbersteigen und die Limitierungen hinter sich zu lassen. Die Ekstase entspringt direkt aus dem Chaos und der Ursch\u00f6pferkraft.<br>Das immense Potenzial das darin verborgen liegt, hat unsere christliche Kultur \u00fcber die Jahrhunderte beschnitten. Alles was unter der G\u00fcrtellinie lag, wurde in moralische Gesetze verpackt, um die Lust und auch die sexuelle Lust zu kontrollieren. F\u00fcr die Frauen ein Jahrhunderte langes Tabu, sich der eigenen sexuellen Lust hinzuwenden. Sie diente der Fortpflanzung.<br>Der Karneval oder die Fasnacht wurde so als Ventil unserer Lust benutzt.<br>In der Kathedrale von Lausanne gibt es ein grosses Rosettenfenster, das den Jahreskreislauf darstellt in farbigem Glas eingelegt. Im Februar, am Ende des Winters und der nat\u00fcrlichen Entbehrung der F\u00fclle, ist ein Mann abgebildet, der seinen Kopf unter dem Arm tr\u00e4gt. Es ist die Narrenzeit damit gemeint. Der Kopf wird abgelegt und alles andere darf sprechen.<br>Viel Alkohol floss und fliesst in diesem Zeitfenster, damit die D\u00e4mme der Kontrolle brechen, die uns sonst im Alltag oder in harten Zeiten dominieren. In der Fasnacht werden die Regeln bewusst gebrochen. Selbst die Regeln der sonstigen sexuellen Lust. In dieser Zeit wurden unter anderem oft Kinder gezeugt, die nicht dem eigenen Nest entsprangen.<br>Diese Tradition l\u00f6st sich zwar immer mehr auf, weil wir nach und nach die alten Traditionen hinter uns gelassen haben, auf der Suche nach dem Aufbrechen starrer Strukturen, die ihren Anfang in den 60-er Jahre gefunden hat. Wir haben nach und nach eine Kultur von Vergn\u00fcgungen kreiert, die jederzeit die Lust befriedigen will. In sch\u00e4umenden Parties suchen wir die Entgrenzung.<br>Doch darunter liegt immer noch eine unbefriedigte tiefere Sehnsucht brach.<br>Wir suchen nach weiteren Ersatzmitteln, weil wir uns nach diesem Zustand der Entgrenzung sehnen.<br>Doch mit dem Tanz der Eurynome brauchen wir keine Zusatzstoffe, die uns in diese erweiterte Erfahrung bringen. In einen unendlichen Flow, wo dieser Moment der totalen Freude zur Ewigkeit heranschwillt und dich erfahren l\u00e4sst, dass diese Schwingung, die sich in dir ausweitet in einen Zustand deiner Essenz f\u00fchrt. Aus dieser Essenz heraus hast du unendlich viele M\u00f6glichkeiten.<br>Gerade in diesen beschr\u00e4nkenden Zeiten der vielen Massnahmen, die die Menschen zu sich selber zur\u00fcckwerfen, k\u00f6nnen wir wieder zu unserem urspr\u00fcnglichen Sinn der Lust zur\u00fcckfinden. Den Tanz der Eurynome kannst du zu Hause bei dir tanzen oder in der Natur. Du brauchst daf\u00fcr keine Zuschauer. Auch wenn es sch\u00f6n ist, in der Gemeinschaft zu tanzen.<br>Die Natur sieht dir zu und nimmt die Schwingung deines Tanzes in sich auf.<br>Lasst uns aus der Winterstarre erwachen.<br>Aho!<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1047","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1047","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1047"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1047\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1049,"href":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1047\/revisions\/1049"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1047"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1047"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lamuna.ch\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1047"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}